Der beste Schrott bleibt in Duisburg

Der beste Schrott bleibt in Duisburg

Duisburg.   Ein großer Schrottplatz war jüngstes Ziel von Oberbürgermeister Sören Link auf seiner Tour durch Duisburger Betriebe.

Ausgediente Leitplanken, zerstückelte Eisenbahnschienen, angerosteter Baustahl, Rohrreste, Blech in allen Formen – ein Schrottplatz war gestern Ziel von Oberbürgermeister Sören Link auf seiner Tour durch Duisburger Betriebe, ein großer Schrottplatz wohlgemerkt. 1000 Tonnen Eisenschrott werden bei Josef Jeegers am Nordhafen monatlich umgeschlagen, dazu noch 20 Tonnen andere Metalle.

Schrott ist nicht gleich Schrott

Handwerker, Baufirmen, Abbruchunternehmer oder kleinere Schrotthändler liefern Altmetall in Ruhrort an, Stahlwerke sind unter den Abnehmern. Doch zwischen dem An- und Ausliefern steht eine Menge Arbeit und kraftvolle Technik. Denn Schrott ist nicht gleich Schrott. Er muss sortiert werden. Eisen, Stahl, Edelstahl, Aluminium, Kupfer – „wir nehmen so ziemlich alles an“, sagt Cetin Sahin, Justiziar des Unternehmens und Ehemann der Inhaberin Sabine Rollik Sahin.

Wichtig für den Betrieb ist eine beeindruckende Schere, haushoch und mit einem Druck von 1000 Bar betrieben. Massive Stahlteile werden darin zu kompakten Stücken, die erst das Abtransportieren wirtschaftlich machen. Blechschrott wird unter anderem nach Antwerpen und Rotterdam gebracht, wo Schiffe auf ihre Schrottladung warten. Schrott bestimmter Qualitäten hat kürzere Wege vor sich, geht beispielsweise zu Thyssen-Krupp Steel. Sahin: „Der gute Schrott bleibt in Duisburg.“

Traditionsbetrieb mit 24 Mitarbeitern

24 Mitarbeiter beschäftigt das Traditionsunternehmen Josef Jeegers derzeit. Gegründet wurde es vor sechs Jahrzehnten von Johann Jeegers in Laar. Der gebürtige Niederländer fuhr mit Pferd und Wagen zu seiner Kundschaft und verkaufte Milch und Kartoffeln. Der Sohn Josef handelte ab 1949 mit Lumpen und Milch – und legte sich einen Dreirad-Lieferwagen zu. Seit 1956 geht’s bei Jeegers nur noch um Metalle, Anfang der 50er Jahre zog man von Laar nach Ruhrort um. Dort sollte man in den 90er Jahren wieder weichen, um Platz für einen wachsenden Freihafen zu machen, doch den brauchte man im Zuge der europäischen Einigung bald nicht mehr.

Stattdessen wuchs Jeegers. Der Schrotthandel expandierte, Grundstücke von Nachbarn konnten erworben werden, es wurde in neue Technik und Umweltschutz investiert, und eine neue Halle ist beim zertifizierten Recyclingbetrieb auch schon wieder geplant. Dort wäre dann Platz für die künftige Verwertung von Elektrogeräten, die in naher Zukunft angegangen werden soll.

Quelle: https://www.waz.de/staedte/duisburg/der-beste-schrott-bleibt-in-duisburg-id210897269.html